Ines M. Fischer, Impulsgeberin

Ich schaffe Kontakt im Raum und möchte, dass Menschen, die zu mir kommen, wieder Halt und Orientierung finden. Ganz gleich, worin sie den Halt und die Orientierung verloren haben. Das kann der Kontakt zu sich selbst sein, Kontakt zu anderen oder zu allem was ist, in dem Augenblick in ihrem Leben. Ich gehe nur soweit, wie ich denke, dass ich eine Unterstützerin sein kann. Dann lasse ich los. Ich erkenne, wenn es jemanden gibt, der weiterhelfen kann, dann gebe ich diese Information weiter. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er daraus macht.

Kontaktsuche als Ausgangspunkt

Im Rückblick gibt es einen roten Faden, der mich dorthin geleitet hat, wo ich jetzt stehe. Ich kann es jetzt erzählen, ich hätte es vor einigen Jahren noch nicht erzählen können. Aber es ergibt auf einmal alles einen Sinn.

Es fing bereits als Kleinkind an, als ich im ersten Lebensjahr ins Krankenhaus kam, weil ich nicht laufen konnte, ich hatte eine beidseitige Hüftluxation. Ich lag fast fünf Jahre im Krankenhaus und kam nur an Weihnachten und Ostern und zu besonderen Gelegenheiten nach Hause. Mir sind nur Bruchstücke aus der Zeit in Erinnerung. Eigentlich habe ich das Leben studiert in dieser Zeit, wenn auch unbewußt. Ein junger Körper will sich bewegen und rennen und springen, doch ich war an ein Bett gefesselt, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist verblüffend, dass alles einen Sinn bekommen hat für meine Beobachtungsgabe und das Wahrnehmen von Menschen in Millisekunden. Nachdem der Kontakt zu meiner Mutter schlagartig nicht mehr da war, habe ich gelernt, sofort, wenn einer greifbar ist, den Kontakt zu suchen. Ich wusste ja nicht, wann er wieder weggeht oder ob er jemals wiederkommt. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, kam ich noch ein paar Monate in den Kindergarten, ehe die Schule losging. Das war eine Phase, in der ich überhaupt nichts verstanden habe. Ich wusste nicht, woher die Leute wissen, wohin sie müssen, wenn sie irgendwo hinfahren. Wie sie das überhaupt lernen können. Ich habe mich viel verlaufen. Außer meiner Oma gab es offenbar niemanden, der meine Fragen immer wieder beantwortet hat. Ich war sehr dankbar, dass es diese Oma gab.

Eindringen in den Raum der anderen

Es war schon immer in mir, Kontakt herzustellen. In erster Linie zu Menschen und Kontakt im Raum. Ich war viele Jahre aus Bedürftigkeit in der Situation, dass ich mich auch gleich Beziehungsmäßig „anflanschen“ wollte. Das war mir aber nicht bewusst. Das ist bis heute eine Lernaufgabe für mich. Dieses wieder loslassen und den Raum wahrzunehmen: wo steht eigentlich der andere? Ein Beispiel ist, dass ich früher im Gespräch mein Gegenüber wieder und wieder unterbrochen habe. Das heißt, dass ich in den Raum des anderen eindringe, doch ich habe nichts im Raum der anderen zu suchen. Und ich dringe immer noch punktuell in den Raum der anderen ein und deshalb bin ich dankbar, wenn man mich freundlich darauf hinweist. Dann stelle ich fest, Ines, du hast immer noch dein Drama mit dem Raum.

Als ich mit dem Coaching bei Evelin Rosenfeld angefangen habe, schrieb sie, dass sie sich nicht so viel Zeit für mich nehmen kann, als ich sie mit zu vielen Informationen belagert habe. Sie meinte, dies bedeute keineswegs weniger Nähe oder Tiefe, eher im Gegenteil. Dadurch wurde mir bewusst, dass ich zu den Menschen gehören könnte, die gleich den ganzen Arm nehmen, wenn man ihnen den kleinen Finger reicht. Das hat mich sehr wachgerüttelt. Seither fallen mir viele Dinge auf oder es gibt Herzensmenschen, die mir das spiegeln. Dadurch werde ich dann wach und bekomme mehr Gefühl für den Raum. Ganz allmählich legt sich auch der Stress, Leere zu spüren und keine Angst mehr davor zu haben. Denn dann entsteht nach kurzer Zeit eine große Tiefe.

Mein Berufsbeginn

Als ich noch im Gymnasium war, im Osten hieß das Erweiterte Oberschule (EOS), war mein Traumstudienwunsch Psychologie. Mein Wunsch war es, mich in Leben von Menschen „einzuschleichen“ und ihnen so lange behilflich zu sein, bis sie wieder weitergehen können. Und dann bin ich wieder weg. Im Prinzip ist das, was ich heute mache, eigentlich nichts anderes.

An der Karl-Marx-Universität in Leipzig wurde ich abgelehnt. Es gab ein Umlenkungsgespräch auf Geschichte-Russisch-Lehrerin, doch ich wusste sofort, dass ich das auf keinen Fall werden wollte. Aus Frust habe ich ein Jahr gearbeitet und wollte gar nicht studieren. Wenn ich das, was ich wollte, nicht machen konnte, dann wollte ich gar nichts machen. Das war so ein bisschen meine Pubertät, ziemlich spät. Und ich habe dann, weil man ja Geld verdienen musste nach dem Abitur, in der EDV angefangen zu arbeiten. So bin ich in die EDV gekommen.

Mir wurde die Stadt zu klein, ich wollte nicht in Eberswalde bleiben. Das hing mit meinem damaligen Freund zusammen und mit meinen Eltern. Das Gefühl, nicht loszukommen, ich wollte das alles weit weg haben. Ich fing dann an, mir Betriebe in Berlin zu suchen. Darunter gab es unter anderem eine Bank , bei der mein Cousin als Fahrer von Führungsleuten gearbeitet hat. So bin ich in meine erste Bank gekommen. In dem Betrieb in Eberswalde hatte ich eine Lehre als Wirtschaftskaufmann begonnen, das war nebenbei, die konnte ich auch weiterführen. Nach dem Abschluss habe ich im Fernstudium von sechseinhalb Jahren mathematische Methoden und Datenverarbeitung in der Wirtschaft studiert. Ich war immer in Mathelehrer verliebt. Ich habe praktisch immer für Menschen gelernt. Oder gesungen, war im Chor, weil ich die Musiklehrerin so toll fand. Mich haben immer die Lehrer geprägt.

Dann kam die Wende

Vor der Wende ist der Vater meines Kindes über Ungarn bei einer Dienstreise abgehauen und nicht wiedergekommen. Es gab etliche Repressalien in der Zeit und ich hatte eine absolute Identitätskrise. Damals war ich 30 und mein Kind fünf Jahre alt.
Nach der Wende habe ich mich völlig andersrum verhalten, als die meisten Menschen. Ich konnte mich zuerst gar nicht freuen und habe alles zusammengehalten, was man zusammenhalten konnte. Zeitungen abbestellt, alles reduziert was ging, weil ich nicht wusste, was kommt.

In meiner ersten Bank habe ich zwölf Jahre gearbeitet. Nach der Wende habe ich nicht aushalten können, dass die alten Chefs wieder die neuen Chefs waren. Diese erste Bank wurde nach der Wende von einer westdeutschen Bank unterstützt und später übernommen, denn wir hatten keine Erfahrung mit den Bilanzen mit D-Mark. Ich habe damals im Rechnungswesen gearbeitet und hatte gar keine Ahnung. Das war spannend für Leute im Rechnungswesen. Mark Schlussbilanz, D-Mark-Eröffnungsbilanz, das gibt es nicht so oft, dass ein Staat wechselt und solche Dinge passieren. Es waren wichtige Themen, aber da waren noch mehr Zahlen – das hat mich nicht interessiert. Wenn ich in dieser Bank geblieben wäre, hätte ich heute noch einen Job. Das weiß ich heute. Aber ich wäre niemals in meiner Entwicklung so vorangekommen.

Ich hatte immer Unterstützer, so auch in meiner ersten Bank. Es gab einen Banker aus dem Westen, dem aufgefallen ist, dass ich mich bei dem ein oder anderen Auftrag ein bisschen sperre. In einer Besprechung sagte er, wenn Sie Fragen haben, kommen sie zu mir. „Dann müsste ich den ganzen Tag an Ihrem Tisch sitzen“, platzte es aus mir heraus, danach wollte er mich sprechen. Ich befürchtete, dass er mich fertig macht, stattdessen hat er mich aber gefragt, was los sei, ich würde ihm eigentlich sehr positiv erscheinen. Es sprudelte aus mir heraus, dass der Parteisekretär jetzt wieder Chef ist und der und der früher ganz anders geredet hat. Er stellte nur eine Frage: Und was hält Sie hier? Ich wusste keine Antwort. Das, was ich sagen wollte, stimmte nicht. Und dieser Mann hat dann gesagt, wenn ich es möchte, hilft er mir dabei, Bewerbungsgespräche vorzubereiten.

Mein Bewerbungsmarathon

Und plötzlich gab es einen Hoffnungsschimmer in meinem Leidloch. Der Vater von meinem Kind war weg, ich bin jeden Tag arbeiten gegangen und habe jede Nacht geheult, weil ich nicht wusste, was kommen wird. Doch da fing ich an, eine positive Änderung für möglich zu halten. Der tatsächliche Auslöser war, weil eine Mitarbeiterin aus der Bank, von der ich überhaupt nichts hielt, einen Job bei einer anderen Bank bekam und 3000 DM verdiente. Das war so viel Geld und so viel Dummheit und da dachte ich – das kann ich auch. Dann habe ich zu diesem Banker aus dem Westen gesagt, ich möchte das gerne lernen. Das erste Gespräch war ganz fürchterlich. Er hat mich rausgeschmissen, weil ich nicht gut genug vorbereitet war. Ich bin an meinen Platz und konnte mir gerade so die Tränen verkneifen, habe aber keinem erzählt, was geschehen war. Und ich war auch wieder in diesen Mann verliebt, das habe ich schon gespürt. Aber ich wurde besser. Und kein Bewerbungsgespräch war so hart, wie die Gespräche mit ihm. In der Bewerbungsphase habe ich ihn gelegentlich um Rat gefragt. Zum Beispiel war die Bank mit „W“ für mich keine Bank. Er hat mir zugeraten, sonst hätte ich mich nie dort beworben.

In dieser Zeit bin ich tagsüber arbeiten gewesen, in der Mittagspause bin ich über den Checkpoint Charly. Zwar gab es keine Ausweiskontrolle mehr im Jahr 1990, aber man musste immer noch durch die Grenze. In der Kochstraße bin ich in die Post, habe ein Telefonbuch genommen und mir jeden Mittag fünf Banken herausgeschrieben. Ich fing bei der ABC Barkredit Bank an hörte irgendwann bei W auf, das ging über Wochen. Abends, wenn mein Kind im Bett war,  schrieb ich Bewerbungen, alles mit der Hand. Bewerbung geschrieben, Lebenslauf geschrieben. Und in der nächsten Mittagspause die Bewerbungen abgegeben, wieder neue Adressen rausgeschrieben. In der Zeit habe ich abgenommen bis unter 40 Kilo, weil ich kaum noch gegessen habe. Das war Höchstleistung, aber ich fühlte, ich tue etwas für mich und für mein Kind. Es war wieder wie damals in Eberswalde, ich habe das gleiche gesucht, nur woanders.

Die richtige Wahl

Als die Einladungen zu den Vorstellungsgesprächen kamen, konnte ich es immer einrichten zu den Gesprächen zu gehen, ohne dass es jemand aus meiner Bank mitbekommen hat. In vielen Gesprächen wollte man zuerst von mir wissen, wie ich das mit meinem Kind mache, wenn es  mal krank wird. Noch ehe wir überhaupt über den Arbeitsinhalt gesprochen haben. Doch bei der Bank, die mein nächster Arbeitgeber wurde, fiel der Satz: „wir haben auch einen Kindergarten, da können sie Ihr Kind hingeben“, da wurde mein Herz ganz warm und weich. Da mein Kind bald eingeschult wurde, brauchte ich das gar nicht mehr, doch es fühlte sich für mich so gut an. Da hat mich keiner gefragt, was ich mache, wenn mein Kind krank wird. Das war ihnen klar, dass das vielleicht mal passiert. Natürlich hatte ich auch eine Riesenangst, im Westen zu arbeiten. Was, wenn sie über Nacht die Grenzen wieder zumachen und mein Kind ist im Kindergarten, auf der anderen Seite? Diese Ängste hatte ich immer.

Als es darum ging, für wen ich mich entscheide, musste ich feststellen: Je hässlicher die Gespräche waren, diese Banken boten mir mit Abstand das meiste Geld. Doch diese Bank „W“ bot mir nur das gleiche, was ich schon bei meinem vorherigen Arbeitgeber verdiente. Doch dann habe ich eine soziale Verantwortung gespürt und festgestellt, es ging gar nicht ums Geld. Es war auch ein Risiko, ich fing wieder als kleines Pipi-Mädchen im PC-Service an und schleppte PCs. Mein ganzes Studium, alles umsonst, obwohl ich es mir habe anerkennen lassen. Ich dachte, das ist der Preis, den du als Ossi zahlen musst. Doch dann ging alles wie von selbst. Es boten sich immer wieder Chancen, Verantwortung zu übernehmen und die habe ich auch ergriffen. Zum Beispiel spielte der Bereich PC-Sicherheit eine zunehmende Rolle und ich hatte eine kleine Gruppe von vier Mitarbeitern, die sich nur darum kümmerte. Damals hatten fast alle Mitarbeiter nur so Datensichtgeräte, später kamen die PCs, später die Vernetzung. Ich hatte immer Menschen um mich, die diese Dinge gut konnten, mich hat das nie im Detail interessiert. Ich habe herausgehört, ob es logisch klingt oder nicht. Dann kam der Bereich der gesamten Vernetzung hinzu und irgendwann war ich die Leiterin der IT-Produktion und habe mich immer weiter von meinem Eigentlichen entfernt. Doch Tag für Tag bin ich schnurstraks nach Hause, um mein Kind abzuholen. Ich habe immer voll gearbeitet und nebenbei Psychologie Heute gelesen, viele Briefe geschrieben und mich für alles Mögliche andere interessiert.

Es ging immer um die Menschen

Einerseits war mein Studienwunsch Psychologie der Ausgangspunkt. Durch Umstände kam es anders und ich landete in Banken, bei der Mathematik, in der IT oder EDV. Man könnte denken, es ging nur um Zahlen, doch die menschliche Komponente war immer vorhanden. Und zwar bei den Menschen, die diese Arbeit gemacht haben. Ich habe entdeckt, wo die Menschen, die diese Fähigkeiten hatten, die mir fehlten, Schwierigkeiten hatten. Und ich wollte ihnen immer den Rücken freihalten für diese super Tätigkeiten, die sie ausführen. Das waren manchmal ganz triviale Dinge. Einer war eine Koryphäe, was Modems und Telefone anging. Doch er war nicht in der Lage, seinen Urlaubsschein auszufüllen. Und wenn ich mit den Mitarbeitern unter vier Augen zusammen war, dann habe ich die gecoacht, so würde ich heute sagen. Den Inhalt ihrer Tätigkeiten habe ich oft selbst nicht verstanden, ließ ihn mir aber so erklären, als würden sie es einer Sechsjährigen erklären. Dadurch habe ich schnell mitbekommen, wenn einer selbst nicht verstanden hat, was er da macht, dann konnte er es mir auch nicht erklären.

Und dennoch habe ich mich schützend vor den Mitarbeiter gestellt und die Kritik an mancher schlechten Arbeit eingesteckt. Dabei wäre es meine Aufgabe gewesen, den Mitarbeiter entweder dort hinzubringen oder zu sagen, der ist es nicht. Ich hatte zu viel Mitgefühl für eine Führungskraft, in diesem Dilemma habe ich mich aufgerieben. Bei meiner letzten Aufgabe ist mir mein Einsatz von Mitarbeitern positiv anerkannt worden. Als die Mitarbeiter ihre Führungskraft bewerten sollten, kam eine Mitarbeiterin auf mich zu und sagte: „Wissen Sie Frau Fischer, ich habe Ihnen eine sehr gute Beurteilung gegeben und zwar in allen Punkten. Auch wenn Sie mir fachlich keine Hilfe sind, aber dafür, dass Sie alles geben, um uns unsere Arbeit machen zu lassen.“ Dadurch schloss sich ein Kreis und ich konnte mich mit den Schwierigkeiten versöhnen.

Die innere Wende

Ich hatte zwei Regeln. Die eine war, es darf für mich morgens keine Qual sein zur Arbeit zu gehen und es war nie eine Qual, bis irgendwann. Die zweite Regel war, ich wollte niemanden verbiegen müssen. Und wenn ich sage, die Menschen so lassen wie sie sind, dann trifft es das nicht ganz. Doch ich fand, dass jeder einen wertvollen Kern hat.
Ich dachte viele Jahre, ich kann gar nichts. Ich kenne aber immer einen, der es kann. Doch Tatsache ist, ich erkenne, was andere können. Irgendwann kam ich in eine Situation, dass ich in eine Stelle gepresst wurde. Da gab es viele Menschen, die die Einstellung hatten, ihr könnt mich alle mal, ich habe hier meinen sicheren Job. Ich habe versucht, auch in dieser Stelle noch etwas herauszuholen, doch das war nicht zu bewältigen. Und ich war nicht mutig genug, mich an die entsprechenden Stellen zu wenden. Aber irgendwann wusste ich, da war mein Körper sehr schlau, jetzt geht es um mich. Das heißt mit anderen Worten, ich bin krank geworden. Mit meinem Wissen von heute würde ich sagen, die Hüft-OP von damals, die kam mir gerade recht. Vielleicht wäre sie gar nicht nötig gewesen, wenn ich ausgiebig Physiotherapie gemacht hätte, doch ich wollte gar nicht. Das weiß ich heute. Diese Einsicht ist schlimm, doch es war so. Und dann ist mir noch eine  Augen-OP „in den Schoß“ gefallen und hat mir im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet. In der Zeit als ich krank war, wurde meine Stelle ausgeschrieben, auf die habe ich mich dann ganz frech selbst beworben, weil ich das ungeheuerlich fand. Pfingsten 2015 bin ich derart auf die Schnauze gefallen, dass ich dann wirklich auf der Erde angekommen war. Da hätte ich mir das Genick brechen können, mir die Zähne raushauen können, alles. Im Gesicht hatte ich klaffende Verletzungen und musste damit ins Krankenhaus. Das war wirklich ein Ausbremsen. Da hat sich der Weg nicht nur unter meine Füße, sondern auch in meinen Kopf geschoben.

Meine eigentliche Geburt

Mein Körper hatte mir schon deutliche Signale gesendet, meine Hüft OP war im November 2011, meine Augen OP November 2014. Die Krankschreibungen gaben mir zeitweilig Halt. Als mich zu dieser Zeit meine Frauenärztin fragte, wie es mir geht, fing ich bitterlich an zu weinen. Sie empfahl mir, ich solle das meiner Allgemeinärztin offen sagen und dass es nicht schlimm sei, auf Psyche krankgeschrieben zu werden. Bald darauf habe ich einen Kurs begonnen, um Stress besser zu bewältigen. Zum Jahreswechsel 2014/2015 las ich in der Zeitschrift SEIN, Auszeit mit Evelin Rosenfeld. Im Januar 2015 fing ich damit an. Meine ganz persönliche AUSZEIT oder REHA – wie ich das damals für mich nannte.
Ich erinnere mich an Eines, das mich immer wieder beeindruckt. Es gab während des Coachings eine Initiation, bei der alle fünf Elemente gerufen wurden und ich einen Schwur geleistet habe. Meine Augen waren Verbunden. Ich habe auch meine eigenen Elemente gerufen mit allen ihren Eigenschaften und habe dann jedem Element versprochen, Kontakt im Raum zu schaffen, mit allem was ich habe und bin. Da war ich wirklich seelennackt. Da habe ich gefroren, habe gezittert am ganzen Körper, mit den Zähnen aufeinander geklappert. Das war am 17. Juni 2015, es war heiß und ich habe gefroren am ganzen Körper. Das war meine eigentliche Geburt, so würde ich heute sagen. Danach habe ich 15-18 Stunden durchgeschlafen. Als ich aufwachte, fühlte sich mein Kopf, die „Hardware“, wie eine Herzform an. Ich habe einen riesigen Schrecken bekommen, bin aufgesprungen und an den Spiegel gerannt. Vor dem Spiegel war mein Kopf zum Glück noch rund, aber er fühlte sich einen halben Tag lang noch so an. Dass aus diesem Kopf ein Herz wurde. Das war so ein Signal. Verrückt.

Und wieder zu einem Jahreswechsel, von 2015 zu 2016 entschied ich mich im Rahmen des Coachings, meinen sicheren Bankjob aufzugeben. Die Entscheidung fiel in Thailand. Bevor ich nach Thailand flog, dachte ich: entweder ich ändere total meine Einstellung zur Bank und bleibe da oder ich höre auf. Dazwischen wusste ich, liegt nichts. Um diesen Schritt zu gehen, dort aufzuhören, habe ich neben der Liebe, diese außergewöhnliche Härte von Evelin Rosenfeld gebraucht. Da lässt sie sich von nichts ablenken. Egal wie groß die Angst in einem ist. Wer Schiffbruch mit Tiger gelesen oder gesehen hat, hat eine Ahnung davon. Sie ist der Tiger gewesen, der Teil in mir, da ist sie sich für nichts zu schade. Da scheint ihr egal zu sein, was andere über sie denken. Und das verdient alleine schon die größte Anerkennung.

Fünf Elemente

In der chinesischen Medizin kommt den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Stein und Wasser eine große Bedeutung zu. Danach prägt jedes dieser Elemente jeden Menschen individuell und es kommt auf die Balance zwischen ihnen an. Dieser Methode bedient sich die Coachess Evelin Rosenfeld. Ihre Berufung ist Wahrhaftigkeit durch Transformation. Sie bringt sofort auf den Punkt, wenn irgendetwas nicht stimmig ist. Das macht sie in gleicher Härte und mit ganz viel Liebe mit jedem.
Im Coaching habe ich meine Elemente kennengelernt und erfahren, welche der Elemente bei mir überstrapaziert waren und wie ich allen fünf Elementen eine Gleichberechtigung gebe.

So kann ich heut von mir sagen: Ich bin …

… zugänglich, klar, sensibel und mache den inneren Raum durch seine Grenzen erfahrbar (Wasser)

… freundlich, interessiert, spontan und gebe Impulse zur Entfaltung (Holz)

… gefühlvoll, sorgfältig abwägend, verlässlich – und bereite der Herzenswahrnehmung einen haltbaren Boden (Erde)

… aufrecht liebend, stark  und gebe Raum für Akutes (Stein)

… unkompliziert ansteckend, kontaktfreudig und verbinde das miteinander, was im Raum ist (Feuer)

Der Kreis hat sich geschlossen für mich, an der Stelle, wo ich jetzt stehe. Der ist absolut rund. Innen wie außen.

www.wieder-glücklich-im-job.de


Beitrag teilen:

Kommentar