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Open Society – Offene Gesellschaft

Als ich kürzlich auf einem Sommerfest zum Thema „Open Society“ war, konnte ich spontan nicht sagen, was ich darunter verstehe. Doch inzwischen weiß ich es, denn es hat mit meinem Thema zu tun.

Unter einer „Offenen Gesellschaft“ verstehe ich, dass immer mehr Menschen es wagen, sich zu zeigen, wie sie sind. Dass sie sich gegen die Konvention stellen, sich grundsätzlich von der besten Seite zeigen zu müssen. Und ihr Leben so zu deuten, dass sich jede Station als geglückt und gelungen bezeichnen lässt. Meine Idee einer offenen Gesellschaft ist, dass immer mehr Menschen den Mut aufbringen zu zeigen, was sie nicht können. Woran sie gescheitert sind. Worin sie Schwächen haben. Als ob nicht unsere Schwächen unsere Stärken sind. Unser Scheitern uns oft genug weiter voran gebracht hat, als das, was uns mit Leichtigkeit gelungen ist. Dass wir aus unserem „nicht können“ Auswege entwickelt haben, die sonst nie entstanden wären.

Eine offene Gesellschaft hat etwas mit nackt zu tun. Nicht im Sinne von gewaltvoll entblößen. Sondern im Einklang mit sich selbst zu wagen, sich aus dem Festtagsgewand zu enthüllen und die Schminke abzunehmen. Sich zu zeigen, wie man ist. Mit seinen Falten, seinen guten Seiten, seinen schwachen Momenten. Mit seiner Freude, seiner Trauer, seinem Glück, seinen Niederlagen. Der ganze Mensch. Das ist aufregend. Das ist nicht austauschbar, das ist einzigartig. Und es ist ansteckend. Wahrhaftig und echt.

Das versuche ich in meinen Texten. Ich schreibe darüber, was mir widerfährt, woran ich scheitere und was mich quält und was ich daraus lerne. Manchmal lerne ich auch nichts und dennoch versuche ich zu zeigen, wie es ist.

Und dazu lade ich die Menschen ein, über die ich schreibe in meinen Textportraits. Ich möchte sie so authentisch und einzigartig zeigen, wie sie sind. Und dazu gehört die Frage: Was kannst Du nicht so gut? Dazu gehört Irritation und dazu gehört Vertrauen in einen anderen Schreibansatz. Wenn das Ergebnis vorliegt, sind sie oft überrascht. Und sie berichten mir, nachdem sie den Mut gefasst haben, sich selbst in diesem Portrait der Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie viele positive Reaktionen erhalten. Dass Menschen davon berührt sind. Denn die Leser spüren, dass das der wahrhaftige Mensch ist, der sich in diesem Portrait öffnet und zeigt.

Texptortraits
authentische Texte für offene Menschen

 



In diesem Film spreche ich über mein Angebot.